SR-71 Blackbird-Besatzungen wurden wie Astronauten und nicht wie Piloten auf den Flug vorbereitet

von gadgetadmin

Die SR-71 Blackbird, eines der bekanntesten Flugzeuge der Vereinigten Staaten, ist für ihre rekordverdächtigen Erfolge bekannt. Das legendäre strategische Aufklärungsflugzeug wurde von Lockheed’s Skunk Works in den 1960er Jahren entwickelt und war bis 1990 für die US Air Force im Einsatz. Es flog weiterhin für die NASA, bevor es 1999 endgültig ausgemustert wurde. Museen haben mittlerweile zahlreiche SR-71-Ausstellungen eingerichtet, die es den Besuchern ermöglichen, dem außergewöhnlichen Flugzeug näher zu kommen.

Obwohl die beeindruckende Geschwindigkeit der SR-71 ihr bekanntestes Merkmal ist, rückt die Besatzung, die das Flugzeug steuerte, oft in den Hintergrund. Die SR-71 war in ihrer Bauweise und ihren Fähigkeiten einzigartig, weshalb spezielle Ausrüstung erforderlich war. Die Piloten ähnelten eher Astronauten als den Piloten von herkömmlichen Kampfflugzeugen wie der McDonnell Douglas F-4 Phantom II, einem der berühmtesten Jäger der 60er Jahre.

Im Gegensatz zu herkömmlichen Fluganzügen trugen die Piloten der SR-71 Druckanzüge, die im Laufe der Jahre fortschrittlicher wurden. Ein Beispiel dafür ist der von David Clark hergestellte S1030 Full Pressure-Anzug, der erstmals 1970 eingeführt wurde und stark an die Anzüge von NASA-Astronauten erinnerte. Dieser Anzug bestand aus mehreren Schichten, verfügte über Sauerstoffschläuche und lederne Fliegerstiefel und war das Ergebnis jahrelanger Entwicklung.

Piloten und Flugvorbereitung

Angehende SR-71-Piloten mussten sich freiwillig für das Programm melden und durchliefen einen Auswahlprozess, der körperliche Untersuchungen, Interviews und Testflüge, ähnlich den Anforderungen für Astronauten, umfasste. Nach der Zulassung war eine umfangreiche Ausbildung erforderlich, bevor sie fliegen durften. Vor jeder Mission erhielten die Piloten eine spezielle proteinreiche Diät in einem Speisesaal, der ausschließlich für SR-71-Piloten und deren Flugzeuge vorgesehen war.

Die Flugvorbereitung umfasste auch umfangreiche Verfahren, die für andere Jets nicht notwendig waren. Dazu gehörte ein aufwändiger Anzugsinspektionsprozess, da der Druckanzug aus mehreren Schichten bestand. Piloten mussten zusätzlich zu ihrem versiegelten Helm einen Fallschirmgurt und spezielle Stiefel anlegen, die schwer und unhandlich waren. Vor dem Start atmeten sie reinen Sauerstoff. Auch die SR-71 selbst erforderte sorgfältige Vorbereitung, wie das Erwärmen des Öls zur Verbesserung des Motorstarts.

Um eine Überhitzung zu vermeiden, trugen die Piloten während des Fluges tragbare Kühleinheiten. Da die Einsätze oft lang waren, verwendeten die Piloten ein Urinsammelgerät, und die Nahrungsmittel wurden am Cockpitfenster erhitzt, was aufgrund der hohen Reibung, die die einzigartige Quarz-Windschutzscheibe des SR-71 erlebte, schnell geschah. Diese Windschutzscheibe erreichte Temperaturen von bis zu 580 Grad Fahrenheit.

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