Der russische Atomraketenkreuzer „Admiral Nakhimov“ steht kurz vor der Rückkehr in den Betriebszustand, nachdem er am 25. Juni 2026 per Satellit während Testfahrten in der Kola-Bucht gesichtet wurde. Das Schiff der Kirov-Klasse, das voraussichtlich als neues Flaggschiff der russischen Nordflotte dienen wird, hat eine langwierige 5-Milliarden-Dollar-Umrüstung durchlaufen. Es ist anzumerken, dass das Schiff seit 27 Jahren außer Betrieb war, während die grundlegende Überholung erst 2014 begann. Zum Vergleich: Der Bau des fortschrittlichsten Trägers der Welt, der USS Gerald R. Ford, dauerte 12 Jahre.
Die „Nakhimov“ wurde erstmals 1988 in Dienst gestellt und hieß ursprünglich Kalinin, bevor sie 1992 umbenannt wurde. Mit einem Gewicht von etwa 28.000 Tonnen und einer Länge von 823 Fuß ist das Schiff neben Flugzeugträgern das einzige überwasserkriegsschiff mit Atomantrieb weltweit. Im Jahr 1997 wurde das Schiff außer Dienst gestellt und verbrachte zwei Jahre in Seweromorsk, dem Hauptstützpunkt der russischen Nordflotte. Danach wurde es nach Sewerodwinsk geschleppt und im Trockendock untergebracht, wo es für mehrere Jahre keine nennenswerten Fortschritte gab.
Das Projekt zur Modernisierung der „Admiral Nakhimov“ begann 2014 und entwickelte sich schnell zu einem der größten Umbauprojekte, die jemals von der russischen Marine durchgeführt wurden. Die ursprüngliche Planung sah eine vergleichsweise bescheidene Überholung vor, die bis 2018 abgeschlossen sein sollte. Aufgrund anhaltender Verzögerungen hat sich die Abwesenheit vom operativen Betrieb auf fast drei Jahrzehnte ausgedehnt.
Über die Admiral Nakhimov und ihre Überholung
Das Umrüstungsprojekt begann als Marine-Äquivalent eines Schnellservices, entwickelte sich jedoch zu einem gewaltigen Vorhaben. Obwohl nicht alle Details der Überholung vollständig bekannt sind, lässt sich Erstaunliches über den Fortschritt berichten.
Das Schiff ist für seine Geschwindigkeit bekannt, mit einer geschätzten Höchstgeschwindigkeit von 32 Knoten (etwa 36,8 Meilen pro Stunde), was es schneller macht als die meisten großen Kriegsschiffe und nahezu an die Höchstgeschwindigkeit eines US Navy Flugzeugträgers herankommt. Angetrieben wird die „Nakhimov“ von zwei Kernreaktoren, die insgesamt 140.000 PS leisten können. Diese Reaktoren wurden renoviert und neu betankt, während sie nicht ersetzt wurden. Beide Reaktoren waren im Februar 2025 wieder betriebsbereit.
In Bezug auf die Bewaffnung hat die „Admiral Nakhimov“ ebenfalls einiges zu bieten. Das ursprüngliche Anti-Schiffs-Raketensystem P-700 Granit wurde entfernt und durch zehn universelle Abschussmodule mit acht Zellen ersetzt, die insgesamt 80 vertikale UKSK-Abschusssystemzellen unterstützen. Diese Module sind darauf ausgelegt, eine Vielzahl von russischen Raketen, einschließlich U-Boot-, Schiffs- und Landangriffsraketen sowie die 3M22 Zircon-Rakete, einsetzen zu können.
Darüber hinaus wird angenommen, dass das Schiff mit verbesserten Sensoren, Radarsystemen und fortschrittlicheren Flugabwehrraketen ausgestattet sein wird.
Admiral Nakhimov als strategischer Aktivposten
Die Rückkehr der „Admiral Nakhimov“ nach ihrer fast drei Jahrzehnte währenden Pause wird von strategischer Bedeutung sein. Das Schiff wird voraussichtlich die russische Nordflotte anführen, die überwiegend die wertvollsten maritimen Ressourcen des Landes, darunter seine ballistischen Raketen-U-Boote, unterstützt. In diesem Zusammenhang spielt die Nordflotte eine Schlüsselrolle in der Verteidigung Russlands in der Barentssee.
Es bleibt fraglich, wie effektiv das Schiff in dieser Funktion sein wird, da sich seit dem ersten Einsatz der Kalinin-Schlachtkreuzer viel verändert hat. Die Entwicklung der Drohnenkriegsführung hat die Bedingungen erheblich beeinflusst, wie zuletzt im SchwarzenMeer zu beobachten war, wo die ukrainischen Kräfte die russische Marine in ihrer Handlungsfähigkeit stark eingeschränkt haben.
Die „Admiral Nakhimov“ steht vor der Herausforderung, sich in einer dynamischen und sich schnell verändernden maritimen Kriegsführung zu behaupten. Während sie als das am stärksten bewaffnete Überwasserkriegsschiff gilt, muss sich das Konzept, viele „Eier in einen Korb“ zu legen, in der maritimen Doktrin neu beweisen. Der weitere Verlauf wird zeigen, ob die „Nakhimov“ weiterhin relevant bleibt.
