Im Luftkrieg nutzen Piloten verschiedene Methoden, um sich vor feindlichen Bedrohungen zu schützen. Eine bewährte Technik ist der Einsatz von Täuschkörpern, und eines der fortschrittlichsten Systeme ist das MALD-Ködersystem von Raytheon. Dieses System, das erstmals in den 1990er Jahren entwickelt wurde, hat Dank Aktualisierungen in Software und Hardware ein Comeback erlebt. MALD-Täuschkörper sind in der Lage, gegnerische Luftverteidigungssysteme zu täuschen, um die Sicherheit der Piloten zu gewährleisten.
Die Täuschkörper werden von einem Operator in den feindlichen Luftraum gesendet, wo sie Luftverteidigungsradare täuschen und als feindliche Bedrohung erscheinen. Währenddessen führt ein bemanntes Flugzeug seine Mission aus, ohne dass das feindliche System alarmiert wird. MALD ist ein robustes System, das die Form einer Rakete hat und eine Reichweite von etwa 575 Meilen erreicht, wodurch es tief in feindliches Gebiet vordringen kann.
Zusätzlich produziert Raytheon den MALD-J, eine Störsendervariante des grundlegenden MALD-Köders. Der MALD-J kann allein oder in Paaren eingesetzt werden, um in die Nähe eines feindlichen Radarsystems zu gelangen und dessen Elektronik zu stören. Diese Systeme wurden erfolgreich im Russisch-Ukrainischen Krieg getestet, und ihre Nutzung wird voraussichtlich zunehmen, da Raytheon die Produktion Mitte Juli 2026 wieder aufgenommen hat.
MALD und MALD-J: Klein, aber effektiv
Die MALD- und MALD-J-Fahrzeuge sind relativ klein und können wie konventionelle Munition an den Befestigungspunkten eines Flugzeugs montiert werden. Die militärische Bezeichnung des Systems lautet ADM-160 MALD (Miniature Air-Launched Decoy). Ihre Hauptfunktion besteht darin, die Frühwarn- und Zielerfassungsradare der Luftverteidigung zu täuschen. Während das Konzept von Täuschkörpern nicht neu ist, bietet die aktuelle Version erweiterte Fähigkeiten dank technologischer Fortschritte seit den 1990er Jahren.
Das Programm wurde ursprünglich nach einem DARPA-Initiative gestartet und 2003 von Raytheon übernommen. Die Fahrzeuge haben eine Länge von 9 Fuß 4 Zoll und eine Spannweite von 5 Fuß 7 Zoll, wiegen 99,2 Pfund und können Geschwindigkeiten von bis zu Mach 0,91 (698 Meilen pro Stunde) erreichen. Im Jahr 2023 hat die ukrainische Luftwaffe sie erfolgreich gegen russische Radarsysteme eingesetzt.
Funktionsweise des MALD-Systems
Das Austrixen eines feindlichen Radarsystems erfordert mehr als den bloßen Einsatz eines Täuschkörpers. Radarsysteme sind darauf ausgelegt, nicht identifizierte Signaturen zu erkennen, während die Bediener darauf geschult sind, die erfassten Daten zu analysieren. Die MALD-Fahrzeuge sind so programmiert, dass sie Routen fliegen, die denen von US-amerikanischen oder alliierten Flugzeugen ähneln.
Die MALD-Täuschkörper enthalten keinen Sprengkopf, sondern eine Nutzlast, die die Radarfrequenzen manipuliert und so jedes Flugzeug simulieren kann. Wenn die MALD-Ausrüstung aktiv ist, kann sie Radargeräte dazu verleiten, sie fälschlicherweise als F-15, F-35 oder ähnliche Flugzeuge zu identifizieren. So kann das System Verwirrung stiften und zum Erfolg militärischer Missionen beitragen.
Obwohl MALDs abgeschossen werden können, ist ihr Verlust finanziell weniger belastend als der Verlust eines F-22 Raptor, der 369,5 Millionen US-Dollar kostet und einen Piloten an Bord hat.
