In Kanada wurden die Geschwindigkeitslimits auf bestimmten Autobahnabschnitten überprüft und vor allem in Alberta und British Columbia erhöht. Während die meisten Provincial Highways eine Höchstgeschwindigkeit von 110 km/h (62 mph) aufweisen, erlaubt der Coquihalla Highway in British Columbia auf einem spezifischen Abschnitt zwischen Hope und Kamloops eine Geschwindigkeit von 120 km/h, was etwa 75 mph entspricht.
Ein im April 2026 gestartetes Pilotprojekt in Alberta sieht ebenfalls eine Erhöhung der Geschwindigkeitsgrenze auf 120 km/h vor. Dieses Projekt konzentriert sich auf einen nahezu 14 Meilen langen Abschnitt des Queen Elizabeth II Highway zwischen Calgary und Edmonton. Obwohl es bereits eine ungeschriebene Regel gibt, die höhere Geschwindigkeiten abhängig von Verkehrsfluss und Bedingungen erlaubt, könnte sich dieses Projekt auf andere Autobahnen ausweiten, falls es erfolgreich verläuft. Hierzu zählen der Highway 16 durch Edmonton sowie der Highway 1 in der Nähe von Calgary.
Die Einschränkungen hinter Kanadas Schnellstem
Die Regierung von Alberta führte 2025 eine Umfrage unter über 50.000 Einwohnern durch, woraufhin 70 % der Befragten für eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 120 km/h auf geteilten Landstraßen plädierten. Allerdings gibt es auch Kritiker dieser Maßnahme. Die Alberta Roadbuilders and Heavy Construction Association (ARHCA) äußerte Bedenken in einem Schreiben an Alberta Transportation and Economic Corridors (TEC) und forderte ähnliche Sicherheitsverbesserungen sowie eine konsequente Durchsetzung bestehender Geschwindigkeitslimits.
Laut Daten der ARHCA fahren Autofahrer in Baustellenbereichen oft schneller als erlaubt, und Statistiken der Royal Canadian Mounted Police (RCMP) zeigen, dass Geschwindigkeiten zwischen 120 km/h und 130 km/h in den letzten Jahren um bis zu 71 % gesunken sind, während Geschwindigkeiten über 140 km/h um 65 % gestiegen sind. Der Verkehrsminister von Alberta, Devin Dreeshen, gibt an, dass bereits signifikante Verbesserungen an der Infrastruktur des Highway 2 vorgenommen wurden. Dazu gehören unter anderem längere Auffahrten und geschwindigkeitsabhängige Pflastersteine. Letztlich zielen diese Maßnahmen darauf ab, einen reibungslosen Verkehrsfluss zu gewährleisten, auch wenn gelegentliche Hindernisse, wie etwa huftiere, dies beeinträchtigen können.
