Die Lockheed SR-71 Blackbird, eines der meistgeschätzten und bekanntesten Aufklärungsflugzeuge der US-Luftwaffe, war als klassifiziertes Militärflugzeug konzipiert und gilt bis heute als eines der schnellsten Düsenflugzeuge der Geschichte. Entworfen in den 1960er Jahren von Lockheed’s Skunk Works, hat die SR-71 mehrere Geschwindigkeitsrekorde aufgestellt, eine bemerkenswerte Leistung, wenn man die Veralterung der Technologie im Vergleich zu modernen Standards betrachtet. Bis zur Außerdienststellung wurden diese Flugzeuge ausschließlich von der US-Luftwaffe und der NASA betrieben.
Überraschenderweise gelangte jedoch eines dieser geheimen Flugzeuge versehentlich in den Besitz der NASA, was die Behörde geheim hielt. Die irrtümliche Übertragung war das Ergebnis des Coldwall-Projekts, das in den 1970er Jahren durch das Langley Research Center der CIA unterstützt wurde. Dieses Projekt umfasste mehrere Experimente mit dem YF-12, einer früheren Version des Abfangjägers SR-71, die zur endgültigen Entwicklung der Blackbird führte.
Das Coldwall-Projekt testete die extremen Bedingungen, unter denen die SR-71 operiert, insbesondere die hohe Temperatur, die durch die Geschwindigkeiten über Mach 3 (2.302 Meilen pro Stunde) erzeugt wird. Anstatt nur zwei YF-12-Flugzeuge zu erhalten, bekam die NASA sowohl ein YF-12A als auch eine SR-71 in einer Zeit, als ihr der Betrieb dieser Maschinen eigentlich untersagt war. Um die versehentlich übertragene SR-71 von weiterer Beobachtung abzuhalten, erhielt sie eine falsche Hecknummer (60-6937) und wurde gut sichtbar versteckt.
Die Geheimhaltung der NASA
Obwohl die NASA mit dem falschen Flugzeug ausgestattet wurde, wurde beschlossen, diese Information geheim zu halten. Wer die Entscheidung traf, ist unklar, doch das Ergebnis ist offensichtlich. Auf dem entsprechenden Foto erkennt man, dass das Flugzeug in der oberen Position ein YF-12 darstellt, während das in der unteren Position eine SR-71 mit der Hecknummer 60-6937 ist. Dieses spezifische Modell war eine streng geheime SR-71A, die als zweite Produktionsreihe gebaut wurde und die Seriennummer 64-17951 trug.
Trotz der falschen Hecknummer hätte eine genaue Prüfung die wahre Identität des Flugzeugs enthüllt. Der SR-71A und der YF-12 wiesen mehrere Unterschiede in der äußeren Konfiguration auf. So hatte die Nase des YF-12A eine abgerundete Form, während der Bug des SR-71 markante Merkmale aufwies. Zudem passte die NASA das Flugzeug an, indem sie die Lufteinlässe und Triebwerke des YF-12A verwendete, um die wahre Identität der SR-71 zu verschleiern. Trotz der Anpassungen schien die NASA für einige Zeit erfolgreich zu sein, die SR-71 geheim zu halten.
Die gewählte Hecknummer stammte von einer Lockheed A-12, einem Vorgängermodell der SR-71, und korrelierte mit den Seriennummern der anderen YF-12As. Letztendlich stellte die Luftwaffe die SR-71 1990 außer Dienst, jedoch wurde sie 1995 kurzzeitig reaktiviert und 1997 endgültig ausgemustert. Die NASA setzte die SR-71 bis 1999 in Betrieb. Heute sind die verbliebenen Exemplare in Museen in den USA untergebracht, darunter auch eines im Vereinigten Königreich.
