Google hat seinen Vorschlag für den Entwicklung von sprachgesteuerten, autonomen Drohnen im Rahmen des 100-Millionen-Dollar-Wettbewerbs „Autonomous Vehicle Orchestrator“ des Pentagons zurückgezogen. Dies geschah einige Wochen nach der Zulassung des Vorschlags, als das Unternehmen sich einer Ethikprüfung unterziehen musste, so ein Bericht von Bloomberg. Ziel des Wettbewerbs ist es, eine „Mensch-Maschine-Interaktionsschicht“ zu entwickeln, die die Tödlichkeit und Wirksamkeit autonomer Systeme wie Drohnen verbessern soll.
Der Rückzug des Technologieriesen folgt einem offenen Brief von Hunderten von Google-KI-Forschern, die das Unternehmen aufforderten, seine KI-Modelle nicht für militärische Zwecke zuzulassen. Dies ist nicht das erste Mal, dass Mitarbeiter ihre Bedenken bezüglich der Zusammenarbeit von Google mit dem Pentagon äußern. Bereits 2018 wehrten sich Angestellte gegen den Einsatz der KI zur Analyse von Drohnenaufnahmen im Rahmen des Project Maven. Damals betonte Google, dass es nicht wolle, dass seine Technologien zur Waffenproduktion oder zur Schädigung verwendet würden. Dennoch hat sich die Unternehmenspolitik mehrfach gewandelt, und seit 2022 entwickelt Google KI- und maschinelle Lernwerkzeuge für das Pentagon und stellte 2025 US-Militärveteranen zur Mitgestaltung seiner Technologie für Verteidigungszwecke ein.
Berichten zufolge waren einige Mitarbeiter über den Rückzug aus dem aktuellen Drohnenwettbewerb verärgert, während andere über die fortdauernde Zusammenarbeit mit dem Pentagon frustriert waren. Ein Sprecher von Google äußerte gegenüber Bloomberg: „Wir bleiben dem Konsens des privaten und öffentlichen Sektors verpflichtet, dass KI nicht für die Massenüberwachung im Inland oder für autonome Waffen ohne angemessene menschliche Aufsicht eingesetzt werden sollte.“ Während Google den Wettbewerb um die Entwicklung autonomer Drohnentechnologien verlässt, bleiben andere Unternehmen wie OpenAI, Palantir und xAI aktiv.
Was ist die Herausforderung des Pentagons für den Autonomous Vehicle Orchestrator?
Die Defence Innovation Unit des Pentagons, die Defence Autonomous Warfare Group und die United States Navy starteten am 13. Januar den lukrativen 100-Millionen-Dollar-Wettbewerb, um einen Autonomous Vehicle Orchestrator zu finden. Die Technologie soll es den Kommandeuren auf dem Schlachtfeld ermöglichen, Drohnenschwärme mithilfe ihrer Stimme zu steuern und dabei den Bedarf an physischer Interaktion zu verringern, was eine neue Form der Kommunikation eröffnet.
Die verbleibenden Unternehmen werden in mehreren Phasen über einen Zeitraum von sechs Monaten gegeneinander antreten. Zu den geforderten Funktionen gehören „Target-Related Awareness and Sharing“ sowie „Launch to Termination“. Unternehmen, die diese Anforderungen erfolgreich umsetzen können, dürfen mit Folgeverträgen rechnen, um ihre Produkte für den aktiven Einsatz hochzufahren.
In einer Pressemitteilung erklärte Hon. Emil Michael, amtierender Direktor der Defence Innovation Unit und Unterstaatssekretär für Forschung und Technik im Verteidigungsministerium: „Der Ansatz dieser Ausschreibung setzt einen neuen Standard – wir arbeiten schnell, um dem Kampfflugzeug greifbare Fähigkeiten zu liefern. Ausgewählte Leistungsträger werden eng mit den Betreibern zusammenarbeiten, um ihre Fähigkeiten im Einsatz zu erproben.“ Dies ist nicht die einzige Initiative der US-Regierung, um bessere Drohnentechnologie zu finden, da das Verteidigungsministerium kürzlich auch drei Gewinner aus dem Wettbewerb „Drone Dominance“ 2026 auswählte.
