Die Großen Seen, ein Netzwerk von Süßwasserseen, erstrecken sich über acht Bundesstaaten: Illinois, Indiana, Michigan, Minnesota, New York, Ohio, Pennsylvania und Wisconsin. Diese beeindruckende Formation umfasst eine Fläche von 94.250 Quadratmeilen und speichert etwa sechs Billiarden Gallonen Wasser, genug, um die USA in fast 10 Fuß tiefes Wasser zu tauchen. Zu den Seen gehören der Obersee, der Huronsee, der Michigansee, der Eriesee und der Ontariosee, und insgesamt macht dieses Süßwassersystem etwa 90 % des Süßwasservorrats der USA sowie 20 % des weltweiten Vorrats aus. Hier waren einst auch Flugzeugträger der US-Marine stationiert.
Unter den bemerkenswertesten Schiffsunglücken auf den Großen Seen zählen die SS Edmund Fitzgerald, die SS Daniel J. Morrell, die SS Carl D. Bradley, die SS Henry B. Smith und die SS Mataafa. Alle fünf Unglücke haben markante Gemeinsamkeiten: Es handelt sich durchweg um große Massengutfrachter, die mit schweren Lasten beladen waren. Zudem ereigneten sich alle fünf Unglücke im November, dem Monat, der für seine extrem schlechten Wetterverhältnisse bekannt ist. Bei drei der Schiffe – der Fitzgerald, Morrell und Bradley – kam es zu einem dramatischen Bruch der Rümpfe.
Das System dieser fünf Seen spielte eine entscheidende Rolle in der frühen Entwicklung Nordamerikas und diente als bedeutende Handelsroute für Frachtschiffe, die in entlegene Regionen eines wachsenden Landes vorstießen. Dies hatte jedoch auch fatale Konsequenzen. Laut dem Great Lakes Shipwreck Museum kamen mindestens 6.000 Schiffe und 30.000 Menschen im Laufe der Jahrhunderte ums Leben. Mark Thompson, Historiker, Autor und ehemaliger Hochschulprofessor, schätzt sogar, dass die Anzahl der verlorenen Schiffe bis zu 25.000 betragen könnte.
