Die Lockheed P-38 Lightning, ein innovatives Jagdflugzeug aus dem Zweiten Weltkrieg, hat eine bemerkenswerte Wiederentdeckung und Restaurierung erlebt. Das Flugzeug, das ursprünglich am 15. Juli 1942 in Grönland notlanden musste, blieb jahrzehntelang unter 268 Fuß Eis begraben. Es wurde von der Greenland Expedition Society im Jahr 1992 ausgegraben und in einen flugfähigen Zustand wiederhergestellt, was eine bedeutende Errungenschaft in der Luftfahrtgeschichte darstellt.
Die P-38F, bekannt als Glacier Girl, gehörte zum 94. Jagdgeschwader der First Fighter Group und ging zusammen mit zwei B-17 Flying Fortress-Bombern sowie fünf weiteren P-38-Flugzeugen verloren. Nach einem aufwendigen viermonatigen Bergungsprozess, der 638.000 US-Dollar kostete und insgesamt knapp 3 Millionen US-Dollar für die gesamte Wiederherstellung erforderte, gelang es, etwa 80 % der Originalteile des Flugzeugs zu restaurieren.
Glacier Girl erhob sich nach 60 Jahren in die Lüfte
Nachdem die Restaurierung abgeschlossen war, übernahm Pilot Steve Hinton im Oktober 2002 das Cockpit und führte den ersten Flug des wiederhergestellten Glacier Girl durch, der 30 Minuten dauerte. Hinton, ein erfahrener Pilot in der Warbird-Community, widmet sich seit vielen Jahren dem Fliegen restaurierter Militärflugzeuge und hatte zuvor im Planes of Fame Air Museum in Kalifornien gearbeitet.
Seit der Wiederherstellung hat Glacier Girl mehrere Besitzerwechsel durchlaufen und ist heute Teil der Air Legends Foundation-Kollektion, zudem ist es derzeit an das Lone Star Flight Museum in Houston, Texas, ausgeliehen. Die P-38 gilt als eines der besten amerikanischen Flugzeuge aus dem Zweiten Weltkrieg und die erfolgreiche Wiederherstellung des unter dem Eis begrabenen Flugzeugs bezeugt sowohl die außergewöhnliche Handwerkskunst der US-Kriegsproduktion in den 1940er Jahren als auch das Engagement von Enthusiasten, historische Flugzeuge am Leben zu erhalten.
