In den Vereinigten Staaten sind Flock-Verkehrskameras zu einem alltäglichen Bestandteil des Straßenverkehrs geworden. Das mit den Kameras verbundene Datenmanagement und deren Nutzung bereiten vielen Menschen jedoch Sorgen. Ein neues, kostenloses Online-Tool namens DeFlock ermöglicht es Fahrern nun, die Standorte dieser automatisierten Kennzeichenleser (ALPR) zu identifizieren und zu vermeiden. Das Open-Source-Projekt hat landesweit mehr als 100.000 dieser Systeme erfasst und bietet Nutzern die Möglichkeit, über eine einfache Website Adressen, Städte oder Postleitzahlen einzugeben, um die ALPRs in ihrer Nähe zu finden. Die genauen Koordinaten jeder Kamera sowie Angaben zum Hersteller sind ebenfalls zugänglich. Zudem können Nutzer individuelle Routen planen, um die Kameras zu umgehen.
Die Open-Source-Natur von DeFlock erlaubt es den Nutzern auch, Informationen zu ALPR-Standorten beizutragen, wodurch die Daten kontinuierlich aktualisiert und neue Standorte hinzugefügt werden können. Bei Nutzung der mobilen App können Fahrer unterwegs auf die Informationen zugreifen und ihre eigenen Daten eingeben. Flock Safety stellte Anfang 2025 einen rechtlichen Antrag auf Unterlassung gegen DeFlock, jedoch ist das Projekt bis zum Zeitpunkt der Berichterstattung weiterhin online verfügbar.
Die Effektivität von Flock Safety und der öffentliche Widerstand
Laut einer Studie von Flock Safety, dem Impact Census 2025, trugen die ALPR-Kameras des Unternehmens zur Aufklärung von 20 % der gelösten Fälle in den Einsatzgebieten bei. Die Studie basierte auf Daten von nahezu 700 Strafverfolgungsbehörden in 43 Bundesstaaten. Flock gibt an, dass seine Systeme auch dazu beigetragen hätten, über 10.000 vermisste Personen zu finden und eine bedeutende Anzahl gestohlener Fahrzeuge in den USA wiederzuerlangen.
Dennoch kämpfen einige Städte gegen die Nutzer von Flock Safety und die Behauptungen des Unternehmens werden von DeFlock angefochten, die argumentieren, es gebe keinen unabhängigen Nachweis, dass ALPR-Systeme die Kriminalität verringern. DeFlock weist auch darauf hin, dass viel von dem verwendeten Forschungsgut von den Unternehmen selbst oder den Einrichtungen, die diese Technologien verwenden, erstellt oder beeinflusst wurde. Vorhandene Studien deuten darauf hin, dass der Effekt der ALPR-Systeme im besten Fall gering ist. Ein Großteil der öffentlichen Aufmerksamkeit gerichtet auf die Art und Weise, wie diese Systeme eingesetzt werden und wie die gesammelten Informationen von den Strafverfolgungsbehörden verwendet werden.
Flock Safety sieht sich zudem öffentlicher Kritik ausgesetzt, da die ALPR-Systeme weit mehr als nur Nummernschilder erfassen. In rechtlichen Auseinandersetzungen wird die Datensicherheit und der Umgang mit Informationen der Fahrer bemängelt, insbesondere der Austausch von Daten zwischen verschiedenen Behörden. Kritiker argumentieren auch, dass Fragen der Bürgerrechte eine Rolle spielen, einschließlich des Umfangs der Datensammlung und des Zugangs zu Informationen über die Standorte von Fahrzeugen.
