Ein gemeinsames Raumfahrtprojekt von China und Europa zielt darauf ab, das Magnetfeld der Erde in Echtzeit zu beobachten, während es von Sonnenstürmen beeinflusst wird. Der Satellit wird im Rahmen der Mission SMILE (Solar Wind Magnetosphere Ionosphere Link Explorer) gestartet und soll wichtige Daten sichern, die bisher unerhört geblieben sind.
SMILE stellt das erste umfassende Raumfahrtpartnerschaftsprojekt zwischen der Chinesischen Akademie der Wissenschaften und der Europäischen Weltraumagentur dar. Die Zusammenarbeit begann bereits 2015, als beide Organisationen ein gemeinsames Anliegen zur Entwicklung von Missionen formulierten. Von dreizehn eingereichten Vorschlägen wurde SMILE ausgewählt und trat Anfang 2016 in die Entwurfsphase ein.
Nach dem Start wird SMILE in eine ungewöhnlich elliptische Bahn eintreten, die von lediglich 5.000 Kilometer über der Südpolregion bis auf 121.000 Kilometer über der Nordpolregion reicht. Diese Bahn ermöglicht es den Instrumenten, das Eindringen der Sonnenwinde in die magnetische Hülle der Erde aus einem verbesserten Blickwinkel zu beobachten. Diese Interaktion ist von großer Bedeutung, denn sie kann geomagnetische Stürme auslösen, die potenziell gefährlich sind. Zudem können Sonnenstürme auch Satelliten in niedrigen Erdumlaufbahnen beeinträchtigen.
Derzeit haben Wissenschaftler ein gutes Verständnis der grundlegenden Interaktionen, jedoch ist das Gesamtbild unvollständig. Bestehende Missionen wie die NASA MMS und das ESA-NASA SOHO-Raumfahrzeug wurden für spezifische lokale Ereignisse entwickelt und bieten daher keinen umfassenden globalen Überblick.
Was SMILE lernen will
Da keine der vorhandenen Missionen in der Lage ist, ein vollständiges Bild zu liefern, wurde SMILE konzipiert, um diese Lücke zu schließen. Der Satellit wird mit einer weichen Röntgenkamera ausgestattet sein, die erstmals die Grenzen der magnetischen Hülle der Erde weltweit kartieren wird. Das Ziel ist es, zu beobachten, wie sich das Magnetfeld der Erde während von Sonnenereignissen verändert.
Verbesserte Beobachtungen könnten auch dabei helfen, geomagnetische Stürme vorherzusagen, bevor sie auftreten. Einige dieser Stürme haben das Potenzial, die Satellitennavigation und die globale Telekommunikation zu stören. Ein bemerkenswertes Beispiel trat im Mai 2024 auf, als ein solcher Sturm zu weitreichenden Störungen führte. Der katastrophalen Sturm von 1989, der das gesamte Stromnetz von Quebec für neun Stunden lahmlegte und Millionen ohne Strom ließ, unterstreicht die Wichtigkeit präziser Vorhersagen, um solche Vorfälle zu verhindern.
Allerdings sieht sich SMILE, wie viele ambitiöse Raumfahrtmissionen, einigen Herausforderungen gegenüber. Der Start war ursprünglich für den 9. April vorgesehen, wurde jedoch aufgrund eines technischen Problems mit einem Teilsystem verzögert. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt liegt noch kein neuer Starttermin vor.
