Nach langem Warten sind die endgültigen Spezifikationen des mit Spannung erwarteten Slate EV veröffentlicht worden. Der Startpreis beträgt 24.950 US-Dollar, womit er laut Slate der günstigste Pickup in den USA ist. Diese Tatsache dürfte den Verkaufszahlen zugutekommen.
Der Ladevorgang erfolgt über einen Tesla Supercharger-kompatiblen NACS-Anschluss. Slate gibt an, dass der Ladezustand in nur 30 Minuten von 20 % auf 80 % ansteigen kann, sofern bis zu 150 kW DC-Schnellladen unterstützt werden. Die Reichweite des Fahrzeugs beträgt schätzungsweise 205 Meilen, was im Vergleich zu anderen im Jahr 2026 produzierten Elektrofahrzeugen eher am unteren Ende liegt. Oft bieten Basismodelle eine Reichweite von 250 bis 300 Meilen zwischen den Ladevorgängen. Der Slate ist in seiner Reichweite vergleichbar mit dem Hyundai Kona, liegt jedoch hinter preisgünstigen Modellen wie dem neuen Chevy Bolt und dem aktualisierten Nissan Leaf zurück, die Reichweiten von 250 Meilen (bzw. fast 300 Meilen beim Leaf) bieten.
Als Pickup hat der Slate eine angegebene Nutzlast von „ungefähr“ 1.550 Pfund, vergleichbar mit dem Ford Maverick, der eine maximale Nutzlast von 1.500 Pfund aufweist. Die Anhängelast wird ebenfalls mit „ungefähr“ 2.000 Pfund angegeben, was dem Maverick entspricht, auch wenn dieser optional mit einer Anhängelast von 4.000 Pfund ausgestattet werden kann.
Für Bequemlichkeit bezahlen
Der Slate bietet zahlreiche Anpassungsmöglichkeiten. Insbesondere kann das zweisitzige Modell in ein zweireihiges SUV- oder Sportback-Design umgebaut werden, das an den klassischen Chevy K5 Blazer oder einen Mini-Oldtimer-Ford Bronco erinnert. Diese Optionen führen zu höheren Preisen, mit 29.950 US-Dollar für das SUV und 31.950 US-Dollar für das Fastback.
Das Basismodell des Slate enthält kaum nennenswerte Funktionen und bietet in puncto Komfort etwa das Niveau eines Toyota-Pickups aus dem Jahr 1996. In der Grundausstattung ist nicht einmal ein Radio vorhanden. Weitere Funktionen wie Armlehnen oder die Möglichkeit zur Telefonkopplung müssen zusätzlich bezahlt werden.
Der Slate ist nur in einer Farbe erhältlich: der Farbe von Schiefer. Slate ermutigt die Fahrer, ihre Mini-Trucks zu individualisieren, und der online verfügbare Konfigurator bietet verschiedene Optionen. Dies erinnert an die Anfänge des Automobilbaus, als Hersteller aus Kostengründen nur eine begrenzte Anzahl von Lackfarben anboten.
Positiv eine Nische
Der Mangel an Funktionen sowie der niedrige Einstiegspreis könnten für zwei Gruppen von Käufern ansprechend sein: Internet-Auto-Enthusiasten, die an einfacheren Autos ohne übermäßige Technik interessiert sind, und Unternehmen, die kostengünstige Lkw für ihre Flotten benötigen. Es wird vermutet, dass der letztgenannte Markt im Mittelpunkt der Verkaufsstrategie von Slate stehen wird.
Ob der Slate EV eine breite Käuferschaft außerhalb von Lieferfirmen oder Vertragsunternehmen anziehen kann, bleibt abzuwarten. Während der Preis vergleichsweise günstig scheint, könnte ein gebrauchter Chevy Bolt, Nissan Leaf oder Hyundai Ioniq 5 in Bezug auf Preis, Reichweite und Funktionen konkurrenzfähiger sein. Der Slate könnte aufgrund seines sparsamen Funktionsangebots und einer mittelmäßigen Reichweite von 205 Meilen in seiner Marktattraktivität stark eingeschränkt sein.
