Die US-Luftwaffe hat gerade ihre gesamte T-38-Flotte pausiert

von gadgetadmin

Die US-Luftwaffe hat ihre gesamte T-38 Talon-Flotte aufgrund von Sicherheitsbedenken nach einem Flugzeugabsturz stillgelegt. Dieser Schritt wurde als notwendig erachtet, um mögliche Probleme an der Flugzeugzelle zu untersuchen, die auch andere Jets dieser Baureihe betreffen könnten.

Am 12. Mai kam es zu dem Vorfall, als ein T-38 während einer routinemäßigen Trainingsmission in Alabama abstürzte. Der Jet war dem 14. Flying Training Wing auf der Columbus Air Force Base in Mississippi zugeordnet. Glücklicherweise konnten beide Piloten das Flugzeug verlassen und überlebten den Sturz, wobei einer der Piloten, ein japanischer Pilotenschüler der Japan Air Self-Defense Force, einen Beinbruch erlitt.

Zu den Beratungen über das Absturzgeschehen kam es, als kurz nach dem Vorfall ein weiterer T-38C einen Notfallcode über seinen Transponder sendete. Ob die beiden Vorfälle miteinander zusammenhängen, wurde von der Luftwaffe bisher nicht bestätigt. Infolge dieser Vorfälle entschied sich die Luftwaffe eine Woche später, am 19. Mai, eine Betriebspause für die gesamte T-38-Flotte einzuführen. Laut einer Pressemitteilung der Luftwaffe soll diese Pause einem Sicherheitsausschuss die Möglichkeit geben, Beweise aus dem Wrack zu bewerten. Bislang ist unklar, wie lange die Maßnahmen andauern werden. Die Flugbesatzungen müssen in der Zwischenzeit auf Simulatoren ausweichen, um ihre Flugstunden aufrechtzuerhalten.

Warum der T-38 entscheidend ist

Der T-38 Talon hat seit 1961 Flugschülern erste Erfahrungen im Überschallflug ermöglicht und ist damit älter als viele der heutigen Piloten. Northrop hat mehr als 1.100 Maschinen dieses Typs gebaut, von denen über 450 noch heute für die USAF im Einsatz sind. Obwohl der T-38 nicht für den Kampfeinsatz konzipiert ist, spielt er eine entscheidende Rolle als einziger fortgeschrittener Jet-Trainer der Luftwaffe. Jeder Pilot, der auf einen F-22 Raptor oder die B-2 Spirit trainiert, fliegt zunächst den T-38.

Die neueste Version, der T-38C, wurde im Jahr 2001 eingeführt. Diese Variante ist mit einem Glascockpit und aktualisierten Triebwerkskomponenten ausgestattet, behält jedoch die ursprüngliche Flugzeugzelle bei. Mit zwei General Electric J85-Turbinen kann der Jet die Mach-1-Marke überschreiten und Höhen von über 55.000 Fuß erreichen, sodass angehende Piloten die grundlegenden Flugtechniken erlernen können.

Der Austausch ist im Gange

Trotz seiner entscheidenden Bedeutung in der Pilotenausbildung ist der T-38 ein vergleichsweise altes Modell. Die Luftwaffe hat bereits Maßnahmen zur Ablösung eingeleitet, die Stilllegungen der ersten Maschinen sind für 2027 geplant, mit dem Ziel, die gesamte Flotte in den 2030er Jahren außer Dienst zu stellen. Die Boeing und Saab T-7A Red Hawk wird voraussichtlich den T-38 bis 2028 ersetzen, wobei die Produktion dieser neuen Jets erst im April 2026 begonnen werden soll.

Die Wartung und Instandhaltung des T-38, insbesondere der J85-Motoren, stellt weiterhin eine Herausforderung dar. Im Jahr 2020 sah sich die Luftwaffe mit erheblichen Rückständen bei der Motorüberholung konfrontiert, was die Pilotenausbildung gefährdete. Generalleutnant Brian Robinson, Chef des Air Education and Training Command, äußerte sich 2020 besorgt über die Komplexität der alten Motoren und die vielen beweglichen Teile. Daraufhin wurde ein Auftrag über 237 Millionen US-Dollar an das Unternehmen StandardAero vergeben, um die Reparaturen voranzutreiben. Bis zur Verfügbarkeit der T-7A Red Hawk wird die T-38 jedoch weiterhin eine zentrale Rolle in der Pilotenausbildung übernehmen müssen.

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