Die „Air Force One“, offiziell bekannt als VC-25A, benötigt nahezu doppelt so viele Kabel wie eine reguläre Boeing 747, was auf ihre umfangreiche technische Ausstattung zurückzuführen ist. Die beiden derzeit im Einsatz befindlichen Modelle der Boeing 747-200B werden seit 1990 von der Presidential Airlift Group, einem Teil des Militärbüros des Weißen Hauses, gewartet und betrieben. Mit einer Nutzfläche von 4.000 Quadratmetern, verteilt auf drei Ebenen, umfasst die Maschine unter anderem ein großes Büro, Badezimmer, ein kleines Fitnessstudio, einen Konferenzraum, eine Notaufnahme und zwei voll ausgestattete Küchen.
Besonders hervorzuheben ist das hochmoderne Kommunikationszentrum, das zahlreiche Telefone, Fernseher, Mehrfrequenzradios und Computer umfasst. Diese erfordern eine immense Verkabelung, die durch Wände, Böden und Decken verläuft und eine Länge von 238 Meilen erreicht – doppelt so viel wie bei einem herkömmlichen Jumbojet. Die kommenden VC-25B-Modelle, die die alten VC-25A ersetzen werden, sind sogar mit einer Verkabelung von 250 Meilen ausgestattet.
Jedes Kabel ist stark abgeschirmt und gehärtet, um die empfindliche Elektronik vor elektromagnetischen Impulsen oder nuklearen Angriffen zu schützen. In diesem Sinne fungiert die „Air Force One“ praktisch als fliegender Faradayscher Käfig, der ein elektronisches Gerät kompletter einkapselt und vor den verheerenden Folgen eines elektromagnetischen Pulses absichert. Die Konstruktion umfasst sogar zwei Schutzschichten, für den Fall, dass die äußere Schicht beschädigt wird.
Technische Ausstattung und Sicherheitsmerkmale
Die aktuelle „Air Force One“ wird von vier General Electric CF6-80C2B1-Triebwerken angetrieben, die eine Schubkraft von jeweils 56.700 Pfund erzeugen. Mit einer Länge von fast 232 Fuß, einer Höhe von 63 Fuß und einer Flügelspannweite von 195 Fuß erreicht sie eine Höchstgeschwindigkeit von 630 Meilen pro Stunde und hat eine Reichweite von 7.800 Meilen. Um ihren exklusiven Status zu gewährleisten, benötigt die Maschine eine Besatzung von 30 Personen und kann bis zu 71 Passagiere befördern.
Obwohl die genauen Details zu den fortschrittlichen Avionik- und Verteidigungssystemen vertraulich sind, wird die „Air Force One“ als Militärflugzeug betrachtet, das dafür ausgelegt ist, Luftangriffen standzuhalten. Es integriert elektronische Gegenmaßnahmen zur Störung feindlicher Radar-Systeme und verfügt über Gegenmaßnahmen gegen Infrarot-Leitsysteme sowie die Fähigkeit, Streuraketen und Leuchtraketen abzufeuern.
Der Begriff „Air Force One“ wurde erstmals während der Präsidentschaft von Dwight D. Eisenhower im Jahr 1953 verwendet und gilt erst seit 1962 als offizielles Rufzeichen, nachdem John F. Kennedy als erster Präsident an Bord einer speziell gebauten Boeing 707 „Air Force One“ flog.
