Die angeblichen 500 PS des Ford Mustang Dark Horse sind möglicherweise nicht das, was sie scheinen

von gadgetadmin

Der Ford Mustang Dark Horse, obwohl nicht die leistungsstärkste Variante unter den modernen Mustang-Modellen, stellt ein bemerkenswertes Auto für Liebhaber dar. Angesichts der Tatsache, dass Chevrolet den Camaro und Dodge den Challenger eingestellt hat, hat sich der Mustang GT als das verbleibende amerikanische Pony-Car mit V8-Antrieb etabliert. Der Dark Horse ergänzt den GT mit einem zusätzlichen Leistungsschub.

Angetrieben wird der Dark Horse von einem 5,0-Liter-Coyote-V8-Basismotor, der auch im GT zum Einsatz kommt. Durch einige Leistungsoptimierungen wurde die Leistung von 480 PS im Basis-GT auf 500 PS im Dark Horse gesteigert. Diese 500 PS sind nicht nur eine beeindrucken Zahl, sie bedeuten auch, dass der 5.0 des Dark Horse 100 PS pro Liter leistet, was ihn in die Reihen der leistungsstarken Saugmotoren einreiht.

Es existiert jedoch häufig eine Diskrepanz zwischen den auf dem Papier angegebene PS und der tatsächlich an die Hinterräder abgegebenen Leistung. Ein Beispiel dafür ist das kürzlich durchgeführte Experiment von Road & Track, bei dem der Mustang Dark Horse auf vier unterschiedlichen Prüfständen getestet wurde. Hierbei ergaben sich teils erheblich abweichende Messwerte von der beworbenen 500-PS-Leistung.

Wann sind 500 PS eigentlich 500 PS?

Die Beurteilung der Motorleistung erfolgt häufig über die maximale Motorleistung, eine Standardmessung, die sowohl für Autoliebhaber als auch für Hersteller von Bedeutung ist. Um die Variabilität der Leistungswerte zu verdeutlichen, testete Road & Track denselben Mustang Dark Horse auf vier verschiedenen Leistungsprüfständen in Südkalifornien, wobei stets der gleiche Kraftstoff und Einstellungsfaktoren verwendet wurden.

Ein Fahrzeug mit 500 PS an der Kurbelwelle hätte nach Verlusten im Antriebsstrang einen erwarteten Wert von etwa 440 PS erzeugen müssen. Die tatsächlichen Ergebnisse schwankten jedoch erheblich, wobei der niedrigste Wert bei 420,8 PS und der höchste auf einem AWD-Prüfstand mit 465 PS ermittelt wurde. Zwei weitere Prüfstände ergaben Werte von 427,5 und 430,9 PS.

Die Abweichung von fast 45 PS zwischen den verschiedenen Prüfständen könnte darauf hindeuten, dass der Mustang Dark Horse entweder unter- oder überbewertet ist. Dieser Umstand zeigt vor allem, dass beim Vergleich von Dyno-Zahlen der Kontext und die Konsistenz der Messungen entscheidend sind.

Vier verschiedene Dynos, vier verschiedene Nummern

Die gewonnene Erkenntnis ist nicht nur auf den Mustang Dark Horse oder dessen PS-Zahl beschränkt. Obwohl die vier Messwerte unterschiedlich waren, lagen sie im Durchschnitt immer noch im Bereich eines Fahrzeugs mit einer Leistung von 500 PS. Es ist wichtig, die typischen Unterschiede zwischen Kurbel- und Rad-PS zu verstehen, jedoch ist das nicht die Hauptlektion.

Die bedeutendste Erkenntnis ist, wie stark die Werte zwischen den Prüfständen variieren können, auch wenn eine konsistente Testumgebung gegeben ist. Kleine Unterschiede bei Prüfstandstypen oder Einstellungen können zu drastisch unterschiedlichen PS-Werten führen. Dazu kommen noch die wechselnden atmosphärischen Bedingungen, die die Ergebnisse beeinflussen können.

Der Vergleich von Prüfstandszahlen ist nur dann sinnvoll, wenn die Messungen zur gleichen Zeit vom selben Prüfstand stammen. Andernfalls können selbst kleine Differenzen zwischen Prüfstandtypen und deren Kalibrierung die wahrgenommenen Leistungsunterschiede entweder verstärken oder mindern. In der Automobilwelt geht es, wie oft, bei Prüfstandszahlen um mehr als nur um die reinen Zahlen.

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