Die NASA hat den Betrieb der Space Shuttle nach dreißig Jahren intensiver Nutzung eingestellt, ohne eine direkte Nachfolge für das bemannte Raumfahrzeug zu präsentieren. Trotz 134 erfolgreich durchgeführter Flüge und 20.952 Erdumrundungen gibt es gewichtige Gründe für diese Entscheidung, die sich auf Kosten, Durchlaufzeiten und Sicherheitsbedenken konzentrieren.
Ursprünglich sollte die Shuttle als kostengünstiges, schnell einsetzbares und wiederverwendbares Raumfahrzeug gelten. Während sie in letzterer Hinsicht einige Erfolge verzeichnen konnte, erwiesen sich die hohen Betriebskosten und die lange Reparaturzeit als signifikante Nachteile. Die Kosten für eine Mission belaufen sich inzwischen auf etwa 450 Millionen Dollar, was die ursprünglichen Erwartungen bei weitem übersteigt.
Operationale Kosten und Durchlaufzeiten
Als die Shuttle Ende der 1960er Jahre entwickelt wurde, gab es hohe Erwartungen, dass die Kosten für Raumflüge drastisch sinken würden. Man träumte von einer Ära, in der jeder Reisen ins All buchen könnte, ähnlich wie Flüge nach New York. Zudem sollte das wiederverwendbare Raumfahrzeug die Kosten pro Kilogramm Fracht von 1.000 US-Dollar auf unter 50 US-Dollar senken. Dennoch blieben die tatsächlichen Launch-Kosten extrem hoch und die geplanten 95 Flüge pro Jahr wurden nie erreicht; der schnellste Wiederverwendungszeitraum betrug nach der Challenger-Katastrophe 88 Tage.
Sicherheitsprobleme
Obwohl es im Vergleich zu anderen Verkehrsträgern relativ wenige Todesfälle bei Raumflügen gibt, ist die Space Shuttle-Programm für fast zwei Drittel der 22 Todesfälle verantwortlich, die während tatsächlicher Raumflüge eingetreten sind. Tragische Unfälle wie der Challenger-Absturz und das Columbia-Unglück können auf grundlegende Sicherheitsmängel im Entwurf zurückgeführt werden. Die Entscheidung, Sicherheitsanalysen nicht mehr durchzuführen, führte zu einer gefährlichen Vernachlässigung von Risikoabschätzungen, die im Apollo-Programm selbstverständlich waren.
Zudem wurden eingebaute Sicherheitsmechanismen, wie etwa Rettungssysteme für die Crew, nicht in das ursprüngliche Design integriert, da NASA annahm, dass die Shuttle ähnlich sicher wie Passagierflugzeuge sein würde. Eine weitere Schwachstelle war das thermische Schutzsystem, das sich als fatal erwies, worauf das Columbia-Unglück hinweist. Letztlich waren es diese sicherheitsrelevanten Aspekte, hohe Kosten und lange Durchlaufzeiten, die das Schicksal der Shuttle besiegelten.
