Der Unterschied in der Landetechnik zwischen russischen Raumfahrzeugen und US-amerikanischen ist vor allem durch geografische und physikalische Gegebenheiten bedingt. Während die USA in ihrer Raumfahrtgeschichte häufig auf das Wasser als Landefläche zurückgriffen, setzen die Russen auf das Festland, was tiefere Wurzeln in der jeweiligen geopolitischen Landschaft und den geographischen Gegebenheiten hat.
Standorte der Raketenstarts
In der Zeit des Wettlaufs ins All in den 50er und 60er Jahren wählte die Sowjetunion, die später zu Russland wurde, ihre Raketenstartplätze strategisch günstig, um die inhärenten Vorteile ihrer geografischen Breite auszunutzen. Russland, als das größte Land der Welt, hat eine Vielzahl an offenen, unbesiedelten Flächen, wobei 65% des Landes von Permafrost bedeckt sind. Diese permanent gefrorenen Böden stellen ideale Landeflächen dar, da ein dort undicht gewordenes Raumfahrzeug sicher in unbewohntem Terrain abstürzen kann.
Im Kontrast dazu haben die Vereinigten Staaten ihre Startrampen in Küstennähe eingerichtet. Der Raumfahrtstandort Cape Canaveral in Florida, „Amerikas Raumhafen“, befindet sich nur 3000 Kilometer nördlich des Äquators, wo die Erdrotation eine höhere Geschwindigkeit aufweist und somit effizientere Starts ermöglicht.
Geografie und Rückkehrmethoden
Die Unterschiede in den Landemethoden kommen auch bei der Rückkehr der Astronauten zum Tragen. US-amerikanische Astronauten landeten traditionell in den Gewässern des Atlantiks, was eine sanfte Rückkehr ermöglichte. Im Gegensatz dazu musste der erste Mensch im All, der sowjetische Kosmonaut Juri Alexejewitsch Gagarin, seine Kapsel Vostok 1 in einer Höhe von über sechs Kilometern abwerfen und mit einem Fallschirm zu Boden gleiten, während der gesamte Absturz in einem offenen Feld stattfand. Gagarin landete 830 Kilometer südöstlich von Moskau.
Mit dieser unkonventionellen Methode der Landung sind die Russen seither fortgefahren, was sich als effektive Strategie in der unbewohnten Weite Russlands erwies.
