In der Welt der elektronischen Geräte spielt die Herstellung von Speicherchips eine zentrale Rolle. Aktuell stehen die beiden koreanischen Unternehmen Samsung und SK Hynix sowie der US-amerikanische Hersteller Micron im Mittelpunkt einer Sammelklage. Ihnen wird vorgeworfen, das Angebot an DRAM-Modulen absichtlich eingeschränkt zu haben, um die Preise zu steigern.
Die Verwendung von RAM (Random Access Memory) oder DRAM (Dynamic RAM) ist in nahezu jedem elektronischen Gerät, das heute genutzt wird, allgegenwärtig. Obwohl das Potenzial für die Produktion enorm ist, sehen die Hersteller einer ernsthaften Herausforderung gegenüber: einem gravierenden Mangel an DRAM-Modulen, der bis Mitte 2026 anhalten könnte. Dies liegt daran, dass etwa zwei Drittel des globalen Semiconductormarktes von Samsung und SK Hynix beherrscht werden. Micron, obwohl ebenfalls bedeutend, bleibt in Größenordnung und Einfluss hinter den koreanischen Giganten zurück.
Am 25. Juni 2026 wurde eine Sammelklage eingereicht, die nicht nur Samsung und SK Hynix, sondern auch Micron betrifft. Hintergrund ist ein erheblicher Anstieg der RAM-Preise, den Nutzer seit Mitte 2025 erleben. Die Klage argumentiert, dass die Unternehmen ihre Ressourcen auf die Produktion von High Bandwidth Memory (HBM), einer komplexeren und profitableren DRAM-Variante, verlagert haben. Dies soll zu einer künstlichen Verknappung des Marktes geführt haben, was die Preissteigerungen für Verbraucher erklärt.
Was genau steht in der Klage?
Die Klage wurde von 17 Klägern eingereicht und zielt darauf ab, die angeblichen Aktionen der Dominatoren des DRAM-Marktes zu beleuchten. Die Kläger behaupten, dass die Unternehmen koordinierte Anstrengungen unternommen haben, die zur anhaltenden RAM-Knappheit und den damit verbundenen Preiserhöhungen führten. In nur vier Jahren stiegen die Speicherpreise um fast 700 %. Obwohl die Behauptungen im Gericht noch bewiesen werden müssen, bleibt der Ausgang ungewiss. Eine frühere Klage aus dem Jahr 2020 gegen dieselben Unternehmen war gescheitert, da den Klägern nicht der Nachweis der Zusammenarbeit gelang.
In der Vergangenheit haben einige Speicherhersteller jedoch bereits ähnliche Vorwürfe zugegeben. Diese Fälle führten zu erheblichen Geldstrafen für Samsung und Hynix sowie zu Gefängnisstrafen für einzelne Führungskräfte. Micron hingegen konnte durch die Kooperation mit den Behörden einer Strafverfolgung entgehen.
Warum können andere Spieler nicht einziehen und mehr RAM schaffen?
Obwohl der Markt offensichtlich nach mehr DRAM-Produkten verlangt, bleibt der Zutritt für neue oder kleinere Anbieter eine Herausforderung. Die Errichtung einer groß angelegten DRAM-Produktionsanlage erfordert erhebliche finanzielle Mittel und Technologieexpertise. Die Kosten für eine einzige Produktionsanlage, auch Fabrik (Fab) genannt, können zwischen 15 und 20 Milliarden US-Dollar betragen. Zudem müssen diese Fabriken kontinuierlich modernisiert werden.
Geopolitische Herausforderungen und die Komplexität der Lieferketten erschweren ebenfalls die Lage. Nur Unternehmen mit starkem finanziellen Rückhalt sind in der Lage, diese Risiken einzugehen, was die Anzahl der potenziellen Neulinge im Markt erheblich einschränkt.
