John Deere, einer der führenden Hersteller von Landmaschinen in den USA, hat kürzlich eine umstrittene Sammelklage beigelegt, die dem Unternehmen vorwarf, Reparaturen zu monopolisieren. Vor einem Bundesgericht in Illinois einigte sich John Deere darauf, 99 Millionen US-Dollar an Kunden zu zahlen, die zwischen dem 10. Januar 2018 und der vorläufigen Genehmigung des Vertrags für die Reparatur von großen Gerätschaften bezahlt hatten. Laut AP News wird dieser Betrag in einen Ausgleichsfonds eingezahlt, dessen Gelder schließlich den berechtigten John Deere-Kunden zugutekommen.
Obwohl Befürworter der Recht-auf-Reparatur-Bewegung die Einigung als kleinen Sieg werten, betont John Deere auf seiner Website, dass das Unternehmen jegliches Fehlverhalten zurückweist. Denver Caldwell, Vizepräsident für Aftermarket und Kundenservice bei John Deere, erklärte, dass die Auszahlung dazu dienen werde, die Kundenbetreuung zu verbessern, ohne negative Publicity für das Unternehmen zu riskieren.
Im Rahmen der Vereinbarung hat sich John Deere außerdem verpflichtet, digitale Werkzeuge bereitzustellen, um die Funktionsfähigkeit moderner Produkte aufrechtzuerhalten. Dazu zählen Software und interne digitale Tools, die Technikern bei der Wartung und Reparatur von landwirtschaftlichen Geräten, darunter Zuckerrohr- und Mähdrescher, helfen. Interessanterweise wird diese Maßnahme durch eine 10-Jahres-Klausel ergänzt.
Der Kampf von John Deere mit der FTC dauert an
Während John Deere erste Schritte in Richtung einer Einigung mit den Klägern in der oben genannten Sammelklage unternimmt, führt das Unternehmen weiterhin einen Rechtsstreit gegen eine separate Klage der US-amerikanischen Federal Trade Commission (FTC). Diese, zu Beginn des Jahres 2025 eingereichte Klage, wirft John Deere vor, seine Kunden zu zwingen, bei Reparaturen auf das unternehmenseigene Händlernetzwerk zurückzugreifen. Die FTC argumentiert, dass diese Praxis nicht kundenfreundlich sei und die Preise für Teile und Reparaturen erhöhe.
John Deere weist jegliches Fehlverhalten zurück und bezeichnet den Vorstoß der FTC als „unbegründete Klage“, die zu einem in der Übergangszeit zur neuen Trump-Regierung eingereichten Zeitpunkt eingereicht wurde. Caldwell äußerte ebenso Zweifel an den technischen Kenntnissen der FTC und ihrer Erfahrung im Umgang mit den Geschäftspraktiken von John Deere.
Der Ausgang dieses Rechtsstreits bleibt bisher ungewiss. Diese Auseinandersetzungen und der Aufstieg der Recht-auf-Reparatur-Bewegung in anderen Branchen, wie etwa bei Smartphones und Videospielkonsolen, werden allgemein positiv und kundenfreundlich aufgenommen. Die Bewegung hat auch dazu geführt, dass einige US-Bundesstaaten offizielle Gesetze zum Recht auf Reparatur verabschiedet haben; Kalifornien war einer der ersten. Die endgültige Genehmigung des Vergleichs über 99 Millionen US-Dollar steht noch aus.
